22. November 2013

Kopf hoch, Krönchen richten und weiter machen / Personal

Kürzlich wurde ich gefragt, ob ich nicht mehr "Personal" Posts in meinen Blog einbringen könnte. Mir war nie bewusst, dass euch solche Post so interessieren, ihr müsst aber auch verstehen, dass ich gewisse Dinge gerne privat halten möchte.
Natürlich dürft ihr mich jederzeit via E-Mail, Facebook oder in den Kommentaren kontaktieren, wenn ihr Fragen an mich habt. So kann ich demnächst in einem separaten Post gezielter darauf eingehen und euch einiges über mich verraten.

Aber da ihr euch ja unbedingt einen "Personal" liefere ich euch doch schon heute so einen...aber Achtung, dieser wird wohl sehr lang und super emotional!!

Die Idee für diesen Post kam mir gestern, dieser Tag war wohl der beschissenste Tag im Jahr 2013 für mich. Nachdem ich mich schon die letzten 2 Wochen ziemlich mies fühlte, da einfach zu viele Sachen auf einmal in meinem Leben los waren und ich mich total ausgelaugt fühlte, erreichte meine miese Stimmung an diesem Tag den Höhepunkt. Der Tag startete schon wirklich beschissen, denn obwohl ich Fieber und starke Ohrenschmerzen hatte, quälte ich mich ins Büro, um dort eine dringende Arbeit, für die nur ich zuständig bin, zu beenden. So zog dieser Tag einige negative Ereignisse nacheinander mit sich. Abends wollte ich nur noch heim, weshalb ich einen Zug früher als sonst nahm. Als der Zug ankam und ich den Personen die ausstiegen den Weg freimachen wollte, streifte (Betonung auf STREIFTE!) ich einen Mann um die 50 ausversehen mit meiner Tasche. Anständig, wie ich bin, entschuldigte ich mich bei dem Mann - zweimal. dieser antwortete:"Entschuldigung, ja Entschuldigung bringt nichts du Tussi". Vor Schock beinahe gelähmt kam bei mir nur ein "sorry ich hatte leider keine anderen Möglichkeiten, das haben SIE doch selber gesehen" heraus. Ich, sehr nahe am Wasser gebaut, musste mich im Zug zusammenreissen, dass ich nicht vor allen in Tränen ausbreche. Seine Worte trafen mich weniger, mehr fühlte ich mich gedemütigt vor den rund 20 Menschen, die in diesem Moment um mich standen und mich anstarrten. Diese Situation brachte das Fass einfach zum Überlaufen. Als ich endlich aus dem Zug ausstieg, lief ich heulend wie ein Baby nach Hause. Zu Hause legte ich mich inklusive Mantel und Schuhen ins Bett und heulte und heulte und heulte... nachdem ich mich ungefähr 30 Minuten ausgeheult hatte,begann ich zu lachen, ich realisierte, dass es keinen Grund zum Heulen gibt, den mein Leben wie es ist, ist grandios!

Mein Leben war jedoch nicht immer grandios, so dachte ich zu mindest relativ lange. Denn während meiner Ausbildungszeit fühlte ich mich oft nicht verstanden und war total überfordert mit dieser Situation. Ich war erst 16 und musste von einem Tag auf den anderen erwachsen sein, plötzlich musste ich 3x in der Woche in Hosenanzügen und eleganten Schuhen zur Arbeit fahren. Ich fühlte mich super unwohl, auch verstand ich nur Bahnhof, wenn man mir versuchte etwas zu erklären. Dazu kam dann noch, dass eine Person versuchte, die Anderen in der Ausbildung gegen mich aufzuhetzen - diese Person gehört heute übrigens zu meinen Bloglesern (wie das Leben so spielt ;D). So waren plötzlich irgendwelche Lügengeschichten über mich im Umlauf. Für mich waren diese drei Jahre wirklich hart und ich habe nicht verstanden, wie Menschen so gemein und falsch sein können. Trotzdem habe ich gekämpft, ich habe mir immer eingeredet "irgendwann zeige ich es euch". In dieser Zeit war ich sehr oft gefrustet, habe mich von meiner Familie und meinen Freunden abgewendet, weil ich mich geschämt habe als Schwächling dazustehen. Ich war der glücklichste Mensch der Welt, als ich erfuhr, dass ich die Ausbildung bestanden habe und konnte es kaum fassen (denn in dieser Zeit vernachlässigte ich auch meine schulischen Leistungen). Noch heute würde ich diesen Moment als den Schönsten in meinem Leben bezeichnen. Tonnenweise Steine sind mir vom Herzen gefallen, ich habe geweint vor Glück und mit mir meine Eltern.
Von da an nahm mein Leben eine krasse Wendung, ich lernte nach meiner Ausbildung meinen Freund kennen und zog für ihn in die Schweiz. Dort fand ich einen tollen Job, eine traumhafte Wohnung und grossartige neue Freunde (natürlich habe ich auch noch zu meinen Freunden aus der Heimat kontakt). In dieser Zeit startete ich auch meinen zweiten Blog (der Erste war eher eine Art Tagebuch und mehr für mich persönlich) und das Ende der Geschichte könnt ihr euch nun selber denken.

Damit möchte ich euch auf den Weg geben, dass ihr NIE, NIEMALS aufgeben solltet! Wenn ihr einen Traum habt, dann kämpft für diesen. Wenn ihr euch schlecht fühlt, dann fresst nicht alles in euch hinein, sondern sprecht darüber. Es gibt Menschen auf dieser Welt, denen geht es noch viel schlechter. Man muss das Beste aus einer Situation machen ansonsten zieht man sich nur noch tiefer in das Loch.
Ich weiss noch, wie sauer ich wurde als mir eine Freundin nach der Trennung von meinem damaligen Freund sagte "wenn sich eine Türe schliesst, dann öffnet sich eine Neue"... doch sie hatte recht. In der Zwischenzeit haben sich so viele neue Türen für mich geöffnet und ich bin wirklich glücklich!
Glaubt an euch!
Ganz nach dem Motto "Kopf hoch, Krönchen richten und weiter machen"!!